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Philippinen 2007

Führte uns unsere Reise im Winter 2006/2007 in die waldreiche Region Laos’ so ist an Ostern, wie vergangenes Jahr, wieder Strandurlaub angesagt.

3000 Inseln haben die Philippinen. Wir sind jetzt glücklich bei Nummer 5, zählt man Luzon, auf der man zwangsweise landet, wenn man nach Manila fliegt, und Panay, wo sich der Flughafen für Boracay befindet, dazu. Hochgerechnet müsste ich bei zwei Inseln pro Jahr also nur noch 1500 Jahre leben – da heißt es, sich gesund ernähren.

Dieses Jahr verbringen wir die erste Woche auf Siquijor, der Geisterinsel. Der große Vorteil, Siquijor ist sehr gut zu erreichen. Die Anreise erfolgt mit dem Flugzeug nach Dumaguete auf Negros und von dort mit einem Schnellboot hinüber auf die Insel.

Zum Wohlstand der Insel tragen in großem Maße die Siquijodnons bei, die im Ausland tätig sind und kräftig Geld nach Hause schicken.

Der Tourismus spielt auf Siquijor noch keine allzu große Rolle, wobei es rund um die Insel zahlreiche Resorts gibt.

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Nela hatte bei der Buchung extra gefragt, ob man an dem Strand denn auch während der Ebbe baden könne. Ja, ja, selbstverständlich wurde uns gesagt. Dass man dazu jedoch zwei Kilometer über ein Seegrasfeld mit jeder Menge sehr bunter und mir daher nicht unbedingt geheurer Seesterne laufen muss, das wurde verschwiegen.

Unser Bungalow oder eher Haus ist grandios. Zwei Stockwerke hoch in einem kleinen separaten Grundstück gelegen mit Blick über den schneeweißen Strand aufs Meer. Leider halt nur bei high tide - Flut.

Die Osterfeiertage wollten wir auf jeden Fall noch bleiben, zumal die Besitzer, eine Philippina und eine Deutsche Emily, bzw. Terry, überaus freundlich zu uns sind. Terry reiste viele Jahre durch die Philippinen, bis sie eines Tages auf diese Insel kam. Augenscheinlich etwas esoterisch angehaucht, war diese Insel voller Druiden und Heiler „ihr Ding“. Zusammen mit Emily baute sie das Resort auf und tatsächlich ist es eine der schönsten Anlagen.

Spricht man mit Philippinos außerhalb der Insel, wird man eher davor gewarnt dorthin zu fahren. Trotzdem sie gläubige Katholiken sind, so ganz können sie ihren Geisterglauben wohl doch noch nicht ablegen.

Ein Erlebnis besonderer Art ist die Karfreitags-Prozession in der Stadt Siquijor. Rund um die alte Kirche noch aus der Spanischen Kolonialzeit werden zahlreiche Christus- und Marienfiguren getragen, daneben laufen die zwölf Apostel. Alle sind in feinsten Zwirn gekleidet und den Stellenwert dieser Prozession erkennt man nicht zuletzt daran, dass Flip Flops – sonst die Standard Fußbekleidung zu allen Anlässen – hier nicht zu sehen sind.

Am Gründonnerstag war ich bereits am Hafen und wollte ein Bootsticket für den Samstag besorgen. Unsere Abfahrt sollte möglichst zeitig erfolgen, wir wollten hinüber nach Negros zurück an den Sugar Beach von letztem Jahr.
Vorkasse war nicht möglich, der gute Mann hielt für mich aber extra zwei Tickets zurück, schrieb meinen Namen darauf, die Uhrzeit und klemmte sie hinter sich an die Pinwand.

Dann kam der Samstag, ca. 1,5 Millionen Philippinos stehen auf diesem Pier und wollen alle mit dem Schnellboot, das über vielleicht 100 Sitzplätze verfügt, hinüber nach Dumaguete. Ich bin ja fein raus, dachte ich, will mein Ticket abholen – denkste! Das 7- Uhr Boot ist vollkommen ausgebucht, das nächste fährt um 12. Da klemmen meine Tickets, sagte ich. Egal, “voll” war die Auskunft.

Gelassenheit hin oder her, fünf Stunden auf diesem Pier auf das nächste Boot zu warten, das kam nicht in die Tüte, es erschien mir also an der richtigen Zeit, meine Contenance zu verlieren. Von Rückflügen nach Europa erzählte ich, tausenden von Dollars Kosten usw. Am Ende saßen wir in dem 7- Uhr Schnellboot und mittags um 12 bereits auf dem anderen von Sipalay an den Sugar Beach.

Diesmal entschieden wir uns für das Family Cottage im Driftwood. Was war das für ein Hallo, ein Jahr später wieder die alten Gesichter zu sehen.

Das Driftwood wird von Peter, einem Schweizer geführt. Es verfügt definitiv über das beste Essen und ist einen Tick teurer, als die drei anderen am Beach. Dafür dürfte Peter aber auch der einzige sein, der so etwas, wie Profit macht und nicht nur Geld wechselt. Von Jogi, dem Inhaber des Sulu Sunset wissen wir, dass er jedes Jahr für 3 Monate nach Deutschland fliegt, um dort seine Börse etwas zu füllen. Wenn es im Sommer hier auf Negros stürmt und regnet, gibt es für den gelernten Maurer in Deutschland massig Arbeit.

Peter besitzt eine 250er Enduro, die ich mir für einen Tag miete. Ich muss nach Kabankalan, dort befindet sich der nächste Geldautomat, und verbinde das nützliche mit dem Angenehmen.

Auf dem Hinweg wähle ich die Piste über die Berge. Eine Naturstrasse führt ab Candoni hinab zum Meer. „Immer schön schauen, auf welcher Seite der Wasserbüffel angebunden ist“ sagte mir Peter noch zum Abschied und wirklich heißt es dort oben in der Abgelegenheit der Berge höllisch aufpassen.

Zurück in Sipalay sehe ich aus, wie ein Schwein. Als ich die Sonnenbrille abnehme sieht man fingerdick den Staub auf meiner Haut, den die zahlreichen Zuckerrohr Lkws aufgewirbelt haben und, den ich bei den Überholvorgängen auch ausreichend geschluckt habe.

Dennoch, ein wenig Abwechslung war nötig, bestand sonst der Großteil des Aufenthaltes doch aus Relaxen.

Zurück nach Dumaguete teilten Peter, seine philippinische Freundin und wir uns einen Wagen. Unglaublich, dass es für sie die erste Fahrt außerhalb Negros Occidentals war. Nicht einmal auf die andere Seite ihrer Heimatinsel war sie bisher gekommen. Uns stand dagegen noch eine weite Reise bevor, über Manila und Dubai zurück nach München.

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